Historischer Dorfpfad von Sechshelden
Alte Mühle. Die älteste Mühle im Dorf.
Erbaut 1612 von Wilhelm Möller. Westlich der
Mühle war der Mühlweiher (Staubecken) angelegt.
Über Jahrhunderte war die „Ahle Mehl”
das einzige Gebäude im Wiesengrund der
„Langen Wiese”. Die Willi-Thielmann-Straße
folgt in etwa dem Verlauf des früheren
Mühlgrabens.
Willi-Thielmann-Halle
Benannt nach dem Unternehmer, Förderer der
Gemeinde und Ehrenbürger Willi Thielmann
(1905 -1981 - siehe Pos. 25).
Am 10. September 1971 eingeweiht (Baukosten
ca. 1,5 Mio. DM), zählt sie mit 45 x 27 m
zu den größten Hallen des Kreises. Ideale
Trainingsstätte für Sportvereine, beliebter
Veranstaltungsort für größere Sportereignisse
und Ausstellungen.
Dillstollen
1883 zur Ableitung der Grubenwässer der
Grube Hachelbach gehauen.
Später wurde die Grube Constanze bei
Langenaubach über einen 7 km langen Stollen
an dieses System angeschlossen. Durch diese
beeindruckende bergmännische Leistung entstand
einer der längsten Stollen des
Dillkreises. 1963 kaufte die Stadt Haiger die
Grubenanlage „Hachelbach” und baute sie bis
1970 zur Trinkwassergewinnungsanlage aus.
Das Wohngebiet auf der gegenüberliegenden
Dillseite heißt bezeichnender Weise
„Dillstollen”.
Dorfgemeinschaftshaus
Als 3. DGH in Hessen wurde es nach einer
Bauzeit von nur 9 Monaten am 14. Dezember
1963, unter großer Teilnahme der Bevölke-
rung, seiner Bestimmung übergeben.
Standort: Auf dem sog. „Brandplatz”.
Kosten: ca. 450 000 DM.
Seitdem (neben der Kirche) Dorfmittelpunkt.
Der ideale Ort für große und kleine Familien-
feiern (je 1 Saal für 60 u. 120 Pers.),
Veranstaltungen hiesiger Vereine und
Treffpunkt kommunaler Ausschüsse.
Dazu: Übungs- und Clubräume für einige
Vereine, sowie ein ärztl. Ordinationsraum.
2006 Modernisierung und Erweiterung im
Rahmen des hess. Dorferneuerungs-
programmes. Dorfplatz neu gestaltet in 2007.
Standort der ehemaligen
Neue Schule an der Kreuzgasse
1890 wurde hier die sog. „Neue Schule” in
Betrieb genommen. Das markante Gebäude
aus rotem Ziegelstein mit nur 2 Klassenräu-
men wurde 1958 abgerissen.
Axe Mühle - später „Raabs Mühle”
Sie gilt als „jüngste” der Sechsheldener
Mühlen und wurde im 19. Jahrhundert, östlich
des Ortskerns an der ehemaligen B 277, von
einer Familie Ax erbaut.
Unterhalb der alten Dillbrücke wurde das
Dillwasser gestaut und, parallel zur Dill über
einen Schützen- und Mühlgraben, zur Mühle
geführt.
Der 2. Besitzer
, Karl Metzger, wanderte am
12. September 1886 nach Amerika aus.
Der 3. Besitzer
, eine Familie Schutt, betrieb
die Mühle bis 1926 und verkaufte sie dann an
die
Besitzer Nr. 4
, die Firma Heinrich Raab
aus Pirmasens. Der Mahlbetrieb wurde einge-
stellt.
Der 5. Eigentümer
, der Sechsheldener
Unternehmer Willi Rink, ließ das Gebäude an
die öffentliche Stromversorgung anschließen,
nahm größere An- und Umbauten vor und
gründete einen Metallverarbeitungsbetrieb.
Als um 1965 die neue Brücke für die B 277
gebaut wurde, musste ein Brückenpfeiler im
Bereich des alten Mühlgrabens platziert wer-
den. Sämtliche Wasserleitsysteme, Stauwehr,
Ober- und Untergraben verschwanden.
Dillbrücke
Die Dillbrücke war Folgebauwerk einer kleinen
Holzbrücke. Oft überschwemmt, altersschwach
und den Verkehrsansprüchen nicht mehr gerecht
werdend, wurde sie 1898 durch eine breitere
Betonkonstruktion ersetzt. Diese verband
Sechshelden mit der „Chaussee”, der alten
Reichsstraße von Haiger nach Dillenburg, ent-
lang dem Klangstein. Ideal auch für die rege
Land- und Forstwirtschaft auf der anderen
Dillseite. Die Dillbrücke von 1898 wird durch eine
breitere neue Brücke ersetzt. Zum Schutz gegen
das jährliche Hochwasser wurde 1934 eine
Dillmauer, im Stil einer Uferpromenade mit
Lindenallee, hochgezogen. Die Dillmauer wurde
1967 mit Natursteinen verkleidet und um 60 cm
erhöht. Vorher war hier das Ufer der Dill flach
abfallend. Die ideale Tränke für Kühe, Ziegen
und Schafe auf dem Weg von der Weide zu den
Ställen. Mit Dillwasser wurde gekocht. In ihm
tummelten sich, neben anderen Fischarten, auch
Lachse und Krebse (Indiz für hervorragende
Wasserqualität).
Erste Kirche
Die 1. Urkunde, in der die Zugehörigkeit
Sechsheldens zum Kirchspiel Haiger (mit eige-
nem Geistlichen für die Kapelle) erwähnt wird,
stammt aus dem Jahre 1463. Diese Kapelle
stand mitten im Dorf, in der heutigen „Alten
Kirchstraße”. Um sie herum wurde der
erste Dorffriedhof angelegt.
Beim großen Brand 1759 fiel das Gotteshaus in
Schutt und Asche. Reste des bis zu 1 m dicken
Mauerwerkes sind im Haus Dillstraße 23 inte-
griert.
Erste Schule
Die älteste bekannte Schule unseres Dorfes,
Standort Dillstraße, stand schräg gegenüber der
alten Kirche. 1588 erstmals urkundlich erwähnt.
Auch sie wurde Opfer des großen Brandes vom
4. August 1759.
Säuplatz
Sammelplatz für die Schweine des Dorfes. Von
hier aus trieb der Schweinehirt das Borstenvieh
über die Kuhgasse auf die Weide.
Bleichwiese
Direkt an der Dill liegt die ehemalige Bleichwiese,
auch „Bleiche” genannt.
Hier wurde die Wäsche, vor der Einführung von
Waschmaschinen und modernen Wasch- und
Bleichmitteln, in der Dill gewaschen (die Treppen
zur Dill sind noch gut erkennbar) und anschlie-
ßend zum Bleichen auf dem Rasen ausgebreitet.
Wie die Kirche, der Dorfplatz und das Backhaus
war auch „die Bleiche” ein wichtiger Ort dörflicher
Kommunikation. Eine weitere Bleichwiese
befand sich am östlichen Ende der Dillstraße.
Scheunenviertel
Hier, in der oberen Dillstraße, lässt sich noch gut
die Gebäudeanordnung erkennen, wie sie nach
dem großen Dorfbrand von 1759 vom Fähnrich
von Pfau vom Dillenburger Schloss angeordnet
wurde.
Entlang der Dill wurden zunächst drei
Scheunenreihen erbaut. In den Reihen 4, 5
und 6 folgten die Wohnhäuser. Reihe 7 war für
den Bau der Kirche reserviert.
Nach jeweils drei Gebäuden in einer Reihe
musste ein kleiner, nach jeweils sechs, ein gro-
ßer „Feuerruheplatz” (sollte das Überspringen
eines Brandes verhindern oder zumindest ver-
zögern) eingerichtet werden. Zwischen einigen
Scheunen kann man diese „Feuerruheplätze”
als Lücken noch sehr gut erkennen.
Dillstraße 6
(auch „kleine Bach” genannt)
Hier wurde am 1. März 1712 der spätere
Chronist Johann Peter Haas geboren, einer
der bekanntesten Persönlichkeiten von
Sechshelden. Schon in frühester Jugend hatte
Haas besondere Begebenheiten aus Dorf und
Umgebung notiert und 1784, im Alter von 72
Jahren, zu einem Gesamtwerk von 116 Seiten,
der sog. „Haas’schen Chronik”, zusammenge-
fasst. J.P. Haas verstarb am 28. Sept. 1786.
Farbmühle
Dieses Gebäude war ursprünglich eine Ge-
treidemühle in Würgendorf, die 1726 von dem
Müller Daniel Klein dort abgebaut und „im
Weidchen”, gegenüber der Gastwirtschaft
Held, wieder aufgebaut wurde.
Damals beschrieb die Dill zwischen der
„Langen Wiese” und dem „Weidchen”
einen großen Bogen, in den ein Wehr einge-
lassen war. Hier wurde über einen Mühlgraben
das Wasser für den Betrieb des Mühlrades
unmittelbar über der Bleichwiese
(siehe Pos. 8) wieder in die Dill geleitet.
Irgendwann begann man dann Roteisenstein,
Schwarzschiefer und Grünerde zu Pulver zu
vermahlen.
Daher die Bezeichnung „Farbmühle”.
Die Mühle wurde vor dem 2. Weltkrieg nach
rund 200 Jahren stillgelegt.
Historische Wohnhäuser:
Sechsheldener Straße 21 und 23
2 von 18 Gebäuden, die vom großen Dorf-
brand von 1759 verschont blieben und somit
zum ältesten Baubestand des Dorfes gehören.
Im Gebäude Sechsheldener Straße 21 kann
man noch deutlich eine alte Hofform, die
Verbindung von Wohnhaus und Scheune,
erkennen. Haus Nr. 23 ist eines von den
Häusern, wie sie damals von wohlhabenderen
Bürgern gebaut wurden.
Stammhaus der Firma Heinrich Lauber
und Willi Lauber
Hier in der damaligen Hauptstraße 39 - heute
Sechsheldener Str. 39 - gründeten Heinrich
Lauber und Wilhelm Schäfer am 1. April 1907
ein Baugeschäft.
Viele Häuser, Scheunen, Innen- und Außen-
putze, Stützmauern, Stufen und Platten-/
Fliesenverlegungen etc. wurden von dieser
Firma im Dorf und der näheren Umgebung
ausgeführt.
Nach zwei Jahren schied Wilhelm Schäfer aus.
Die neue Firma hieß: Heinrich Lauber,
Baugeschäft, Sechshelden.
1937 übernahmen die Söhne Albert und Willi
das Baugeschäft, das sich nach 1945 zu
einem der führenden der Region entwickelte.
1962, 10 Jahre nach dem Tod des Firmen-
gründers Heinrich Lauber, wurde das Unter-
nehmen in einen Hochbau- (Willi Lauber)
und Tief- und Straßenbau-Bereich (Albert
Lauber), beide mit dem Sitz in Dillenburg,
aufgeteilt.
Geburtshaus der Gebrüder Thielmann
Hier, im Haus Hintergasse 5, wurde am
1. Januar 1905 Sechsheldens bekanntester
Unternehmer Willi Thielmann geboren.
Dessen Bruder Karl (gestorben 1947), der
eigentliche Gründer der Firma Thielmann
(ebenfalls in diesem Haus zur Welt gekom-
men), eröffnete 1924 eine Schmiede, die er
1926 aus Platzmangel ins Dillfeld verlegte.
Willi Thielmann trat 1928 in das Unternehmen
ein, das er in 50 Jahren, vor allem mit Erzeug-
nissen aus Edelstahl (z.B. TEKA-Spülen), zu
internationaler Geltung führte. Zeitweilig
beschäftigte die Firma über 1000 Mitarbeiter
aus Sechshelden und dem weiten Umfeld.
Kindergarten
1938 /39 „auf dem Bienengarten” als „Partei-
haus” erbaut. Um einen vernünftigen Zugang
zu bekommen, musste das „Ahle Backes” aus
dem Mittelalter weichen.
Zur Finanzierung des Gebäudes, in dem
Kindergarten, Schwesternstation und Partei-
räume untergebracht waren, wurde der
„Kranken-Pflege-Verein der Gemeinde Sechs-
helden e.V.” gegründet.
1948, nach 3 -jähriger Schließung, wurde der
Kindergarten, in Trägerschaft der Kirchen-
gemeinde, wiedereröffnet und 1970 durch
einen Anbau erweitert.
Standort zweite Kirche/ Schule
Noch im Jahr des großen Dorfbrandes 1759
(u.a. wurden die erste Kirche und die erste
Schule zerstört) bauten die bürgerliche und
die reformierte Gemeinde in das vom Feuer
verschonte Backhaus „in der Kuhgasse” einen
Saal hinein, in dem sonntags der evangelische
Gottesdienst und werktags der Schulunterricht
stattfanden.
Ab 1767, bis zu seinem Abriss 1938 (siehe
Pos. 18), wurde das Gebäude wieder als
Backhaus genutzt.
1766 /1767 wurde, unmittelbar neben dem
Backhaus, ein Kirchen /Schulgebäude errich-
tet.
Strohgedeckt, mit einem Dachreiter für die
Rincker-Glocke von 320 kg und einer Turm-
uhr. Im Erdgeschoss fand bis 1804 der ev.
Gottesdienst statt. Im 1.Stock befanden sich
ein Lehrerzimmer und ein Klassenraum, in
dem bis 1837 der Schulunterricht stattfand.
Alte Schule
Mit dem Bezug des neuen Gebäudes 1837
war das Provisorium in der Kuhgasse (Pos.
19 ) beendet. Erbaut aus graugelbem, heimi-
schen Stein mit einer Lehrerwohnung im
1. und einem großen Unterrichtsraum im
2. Stock. Abriss 1965.
Unsere jetzige Dorfkirche
Nach dem großen Brand von 1759 wurde noch
im selben Jahr der neue Kirchplatz ausgemes-
sen. Die Kirche wurde allerdings erst sehr viel
später, in den Jahren 1803 -1805 gebaut. Das
Baumaterial stammt von dem im 7-jährigen Krieg
zerstörten Dillenburger Schloss und aus dem
Steinbruch „an der Steinkaute” in Sechshelden.
Weitere bauliche Besonderheiten:
Mit Bachkieseln ährenförmig ausgelegter Fuß-
boden, 3-seitige Empore, an der Ostseite reich-
lich verzierte, mit Schalldeckel und ausgesäg-
tem Bandelwerk, versehene Kanzel.
Die Eingangstüren stammen noch aus der
Erbauungszeit. So entstand das heutige Geläut:
Die erste Glocke stammt aus einem Dillenburger
Geläut von 1485.
Die zweite Glocke wurde 1929, die dritte Glocke
schließlich 1967 bei Rincker in Sinn gegossen.
Geschichten am Rande: In beiden Weltkriegen
wurden für die Rüstung je eine Glocke konfis-
ziert, von denen nur die im 2. Weltkrieg abgelie-
ferte von der Hamburger Sammelstelle an die
Gemeinde zurückgegeben wurde. Die andere
blieb verschollen. Weitere wichtige Daten:
1926 Anschaffung einer Orgel im Zuge der
Kirchenrenovierung.
Die jetztige Orgel wurde 1954 eingebaut.
1988 Anbau des Gemeindehauses mit
Durchgang zur Kirche.
Bahnhof Sechshelden
1862 wurde die Bahnlinie Köln-Gießen gebaut.
Die nächsten Bahnhöfe lagen in Haiger und
Dillenburg. Durch intensive Bemühungen des
Sechsheldener und Manderbacher Bürger-
meisters wurde schließlich 1915 der „Haltepunkt
Sechshelden” eingerichtet.
Weitere Daten: Kosten RM 4.500. Bereits im
1. Monat nach der Eröffnung wurden Karten im
Wert von RM 885,-- verkauft. Die Unterführung,
mit integriertem Aufgang zu den Bahnsteigen,
wurde von russischen Kriegsgefangenen gebaut.
Ehrenmale 1. und 2. Weltkrieg
Zur Ehrung, Erinnerung und Mahnung an die
gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges.
1921 auf dem Friedhof unter großer Anteil-
nahme der Bevölkerung eingeweiht. Die Anlage
wurde mit RM 11.000 aus der Gemeindekasse
und RM 9.000 über Spenden der Bevölkerung
finanziert.
Das Denkmal für die gefallenen Soldaten des 2.
Weltkrieges wurde 1959 unmittelbar vor dem
Friedhof errichtet, wieder mit einem großen
Spendenanteil der Bevölkerung.
Firma Gebrüder Thielmann
1926 errichtete Karl Thielmann (1892 -1947) auf
seinem eigenen Grundstück im Dillfeld
eine Schmiede, weil die vorher von ihm 1924
betriebene (im Dorf an der Dillbrücke, Haus
Stoll), keine Möglichkeit der Expandierung mehr
bot.
Im neuen Gebäude wurden nicht nur landwirt-
schaftliche Geräte gebaut, sondern auch eine
Abteilung für die Installation von elektrischem
Licht und Kraftanlagen eingerichtet.
1928 trat Bruder Willi Thielmann (1905-1981)
als Gesellschafter in den bereits florierenden
Betrieb ein. Die Produktion wurde umgestellt auf
Brenneinrichtungen für Emaillieröfen.
1939 entstanden das erste separate
Bürogebäude und eine 40 x 18 m große Halle.
1942 zählte das Unternehmen bereits 90
Mitarbeiter.
Nach dem Kriege reihte sich eine Fertigungs-
halle an die andere, in denen vorwiegend
Erzeugnisse aus rostfreiem Edelstahl, vor allem
die weltberühmten TEKA-Spültische, produziert
wurden.
Als eindrucksvolle Zentrale der inzwischen welt-
weit agierenden Thielmann-Gruppe, wurde zum
50-jährigen Firmenjubiläum das Bürohochhaus
bezogen. Das Unternehmen, inzwischen Teil der
„TEKA - Gruppe”, beschäftigte zeitweise in
Sechshelden über 1000 Mitarbeiter.
Zweifellos verdankt unser Ort seine wirtschaftli-
che Bedeutung zu einem Großteil der Firma
Thielmann, die ihre Anfänge in einer kleinen
Dorfschmiede neben der Dillbrücke hatte.
Inzwischen Teil, der von Willi Thielmann mit-
begründeten „TEKA-Gruppe”.
Erstes Vereinshaus
1906 wurde der „Evangelische Jünglings- und
Männerverein” in Sechshelden gegründet,
der später in „Christlicher Verein junger
Menschen” - kurz CVJM - umbenannt wurde.
Erweitert 1911 um eine Posaunengruppe, 1921
um einen gemischten Chor.
1926 wurde das erste eigene Vereinshaus bezo-
gen, an das 1977 ein Jugendraum angebaut
wurde.
Der CVJM war, zusammen mit der Landeskirch-
lichen Gemeinschaft, nicht nur der erste Verein
am Ort mit eigenem Vereinshaus,
sondern über Jahrzehnte auch der einzige.
Erwähnenswert: Hier befand sich auch von 1938
bis 1940 der erste Kindergarten des Ortes.
Ehemaliges Bürgermeisteramt
1922 in der Dillstraße 47, als drittes rein mas-
siv erstelltes Gebäude des Dorfes, errichtet.
Kosten RM 500 000. Im unteren Stockwerk:
Die Feuerspritze, der Leichenwagen, die
Milchsammelstelle und das Backes.
Im oberen Stockwerk: Die Gemeindebüros,
die Bücherei und der Gemeindesaal für
Sitzungen. In der Mansardenwohnung lebte
die Gemeindeschwester. Nebenan befand
sich der Bullenstall mit zwei Gemeindebullen
und einem Ziegenbock.
Der Vorplatz, der „Wasen” (Wiesen), war frü-
her Dorfanger mit zwei großen historischen
Linden, die schon unser Chronist J.P. Haas
(1712 -1786) als „zwei hohe Linden, unter
denen auch Gottesdienst gehalten wurde”
beschrieb. Leider mussten diese markanten
Bäume 1965 dem neuen Feuerwehrgeräte-
haus weichen.
Das alte Bürgermeisteramt wurde 2004 von
der Stadt Haiger an Privatleute verkauft.
Wohnhaus Dillstraße 45
Dieses Fachwerkhaus von 1787 wurde am
14. März 1945 bei einem Fliegerangriff zu 70%
zerstört. Der gesamte Südgiebel und das Dach
mussten erneuert werden.
Rund um den Wasen wurden durch Bomben
drei Häuser total, acht Häuser und elf
Scheunen schwer beschädigt. Sieben Dorfbe-
wohner und ein Soldat fanden dabei den Tod.
Historisches Wohnhaus
Johann Peter Haas, Dillstraße 43
Erbaut 1768 von Sechsheldens bekanntester
historischer Persönlichkeit: Johann Peter Haas
(1712 -1786) war der bedeutendste Chronist
des Ortes. Er machte seine Aufzeichnungen
aus den Jahren 1723 -1784 unter dem Titel
„Lebensbeschreybungen des Johann Peter
Haas zu Sexhelten benebst bey desen Leben
zugetragenen merkwürdigen begebenheiten”.
Haas, offenbar ein vielseitig begabter Mensch,
pflegte Kontakte zum Dillenburger Fürsten-
haus, von dem er auch persönlich gefördert
wurde.
Übrigens verfügt dieses Haus, als eines von
sehr wenigen im Ort, noch über eine
gewölbte Kellerdecke (Tonnengewölbe) aus
der Erbauerzeit.
Historisches Wohnhaus mit ausge-
bauter Scheune, Dillstraße 39 und 41
Der größere rechte Teil des Hauses wurde
1763 als Scheune errichtet, der linke Teil 1793
als Wohnhaus. Der interessante, bauhistori-
sche Hintergrund:
Nach dem großen Brand von 1759 war es ver-
boten, Häuser und Scheunen als Einheit zu
bauen. Erst 1792 wurde dieser Erlass wieder
aufgehoben. Ein wesentlicher Vorteil für die
Privatbewirtschaftung. Von 1848 bis 1888 war
dieses Privatgebäude Amtssitz des
Bürgermeisters Heinrich Wilhelm Haas.
Im Haus befindet sich noch ein alter Brunnen,
wie man ihn früher in vielen Häusern finden
konnte.
Heimatmuseum -
ehemalige Dorfschmiede
Diese Schmiede war eine von vieren, die nach
dem großen Brand von 1759 wieder aufgebaut
wurde. Ab 1860 wurde sie als Stall /
Schuppen benutzt.
1976 begann Walter Klein das Anwesen zu
renovieren und hier ein kleines privates
Heimatmuseum einzurichten. Die Exponate,
vorwiegend aus dem Berufs- und Privatleben
der Bevölkerung, stammen alle aus dem hei-
mischen Raum.
Der Eintritt ist kostenlos. Bitte vorher anmelden
bei Erwin Klein, Hofstr. 3, Tel. 02771 /36216.